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NFL 2026-1-3950 – Weniger Abstand auf der Piste: Neue DFS-Regelungen sollen Kapazitäten an Regionalflughäfen erhöhen

Zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2026
Die DFS Aviation Services führt ab Juli 2026 neue Verfahren zur sogenannten herabgesetzten Pistenstaffelung an den von ihr betreuten Flugplätzen ein. Ziel der Maßnahme ist es, die vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen und die Kapazität an Regional- und Verkehrslandeplätzen zu erhöhen, ohne dabei Abstriche bei der Sicherheit zu machen. Die neuen Regelungen erlauben unter klar definierten Voraussetzungen geringere Abstände zwischen auf derselben Piste operierenden Luftfahrzeugen. Für die Allgemeine Luftfahrt bringt dies insbesondere an stark frequentierten Flugplätzen spürbare Veränderungen im täglichen Flugbetrieb.

Mehr Verkehr bei gleicher Infrastruktur

Die Zahl der Flugbewegungen an vielen europäischen Regionalflugplätzen ist in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Gleichzeitig sind umfangreiche Erweiterungen der Infrastruktur oft wirtschaftlich oder räumlich kaum realisierbar. Luftfahrtbehörden und Flugsicherungsorganisationen suchen daher zunehmend nach Möglichkeiten, bestehende Kapazitäten effizienter zu nutzen.

Ein bewährtes Instrument hierfür ist die sogenannte herabgesetzte Pistenstaffelung. Dabei werden unter bestimmten Voraussetzungen die Mindestabstände zwischen Luftfahrzeugen reduziert, die dieselbe Start- oder Landebahn nutzen.

Solche Verfahren sind international keineswegs neu. Bereits seit vielen Jahren kommen vergleichbare Konzepte an zahlreichen Flughäfen weltweit zum Einsatz. Mit der aktuellen Bekanntmachung schafft die DFS Aviation Services nun die Grundlage für eine breitere Anwendung an den von ihr betreuten Flugplätzen in Deutschland.

Was bedeutet herabgesetzte Pistenstaffelung?

Grundsätzlich darf ein Luftfahrzeug erst starten oder landen, wenn ausreichende Sicherheitsabstände zu vorausfliegenden Maschinen eingehalten werden.

Diese Abstände dienen dazu, Kollisionen zu verhindern, genügend Reaktionszeit zu gewährleisten und Risiken durch Wirbelschleppen zu minimieren.

Die neue Regelung ermöglicht es Fluglotsen unter bestimmten Bedingungen, diese Abstände zu verkürzen. Dadurch können Starts und Landungen dichter aufeinander folgen, was insbesondere während verkehrsreicher Zeiten zu einer besseren Auslastung der vorhandenen Infrastruktur führt.

Dabei handelt es sich nicht um eine Lockerung von Sicherheitsstandards, sondern um ein präzise geregeltes Verfahren mit klar definierten Voraussetzungen.

Drei Kategorien von Luftfahrzeugen

Ein zentraler Bestandteil der neuen Regelung ist die Einteilung der Luftfahrzeuge in drei Kategorien.

Kategorie 1 umfasst leichte einmotorige Propellerflugzeuge mit einer maximalen Startmasse von bis zu 2.000 Kilogramm. Hierzu gehören viele klassische Schulungs- und Vereinsflugzeuge wie Cessna 152, Cessna 172, Piper PA-28 oder vergleichbare Muster.

Kategorie 2 beinhaltet größere einmotorige Propellerflugzeuge sowie leichte zweimotorige Flugzeuge bis zu einer maximalen Startmasse von 7.000 Kilogramm.

Kategorie 3 umfasst alle übrigen Luftfahrzeuge, darunter größere Turboprops, Businessjets und Verkehrsflugzeuge.

Die jeweils zulässigen Staffelungsabstände richten sich nach der Kombination dieser Kategorien.

Nur bei guten Wetterbedingungen

Die Anwendung der reduzierten Staffelung ist an eine Reihe von Voraussetzungen geknüpft.

Besonders wichtig sind die Wetterbedingungen. Die Bodensicht muss mindestens fünf Kilometer betragen, während die Wolkenuntergrenze nicht unter 1.000 Fuß liegen darf.

Zusätzlich darf die Rückenwindkomponente maximal fünf Knoten betragen.

Diese Anforderungen stellen sicher, dass Piloten und Fluglotsen jederzeit eine ausreichende Situationsübersicht behalten und mögliche Konflikte frühzeitig erkannt werden können.

Auch bei Nacht können die Verfahren angewendet werden, sofern sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind.

Wirbelschleppen bleiben ein entscheidender Faktor

Unverändert gelten sämtliche Vorschriften zur Wirbelschleppenstaffelung.

Die neuen Verfahren ersetzen diese Regeln ausdrücklich nicht.

Gerade bei unterschiedlichen Flugzeuggrößen stellen Wirbelschleppen weiterhin eines der wichtigsten Sicherheitsrisiken dar. Besonders leichte Flugzeuge können durch die Luftwirbel größerer Maschinen erheblich beeinflusst werden.

Deshalb muss die Wirbelschleppenstaffelung unabhängig von den reduzierten Pistenabständen jederzeit eingehalten werden.

Moderne Überwachungssysteme als Voraussetzung

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die technische Ausstattung der Flugplätze.

Die Fluglotsen müssen jederzeit zuverlässig beurteilen können, wo sich die beteiligten Luftfahrzeuge befinden und welche Abstände zwischen ihnen bestehen.

Hierfür können klassische Sichtbeobachtungen ebenso genutzt werden wie moderne Bodenüberwachungssysteme. Viele Flugplätze verfügen heute über technische Hilfsmittel, die eine präzise Positionsbestimmung auf Rollwegen und Pisten ermöglichen.

Diese Systeme erhöhen die Sicherheit und schaffen die Voraussetzungen für effizientere Staffelungsverfahren.

Konkrete Mindestabstände für Landungen

Besonders interessant sind die festgelegten Mindestabstände für landende Luftfahrzeuge.

Bei leichten Flugzeugen der Kategorien 1 und 2 kann ein nachfolgendes Flugzeug die Pistenschwelle bereits überfliegen, wenn das vorausfliegende Flugzeug einen festgelegten Punkt auf der Piste passiert hat oder sich bereits wieder in der Luft befindet.

Für kleine Flugzeuge können dabei Abstände von lediglich 600 Metern ausreichend sein.

Für größere Flugzeuge gelten entsprechend größere Distanzen von mindestens 1.500 Metern.

Diese Werte orientieren sich an internationalen Standards und wurden auf Grundlage umfangreicher Sicherheitsanalysen entwickelt.

Bedeutung für die Allgemeine Luftfahrt

Für Privatpiloten und Flugschulen werden die Änderungen meist kaum unmittelbar spürbar sein.

An verkehrsreichen Flugplätzen könnte sich jedoch die Taktung von Starts und Landungen erhöhen. Insbesondere an sonnigen Wochenenden, während Flugveranstaltungen oder bei intensiver Schulungsaktivität können Fluglotsen die vorhandenen Kapazitäten künftig effizienter nutzen.

Dadurch lassen sich Wartezeiten reduzieren und Verzögerungen vermeiden.

Auch für Betreiber von Regionalflugplätzen bietet die Maßnahme Vorteile. Ohne zusätzliche Investitionen in neue Infrastruktur kann die Leistungsfähigkeit bestehender Anlagen verbessert werden.

Teil eines internationalen Trends

Die Einführung der herabgesetzten Pistenstaffelung passt in eine internationale Entwicklung.

Weltweit arbeiten Flugsicherungsorganisationen daran, vorhandene Infrastruktur intelligenter zu nutzen. Neben satellitengestützter Navigation, digitalisierten Verfahren und moderner Verkehrsüberwachung gehört die Optimierung von Staffelungsverfahren zu den wichtigsten Instrumenten, um die Leistungsfähigkeit des Luftverkehrssystems zu steigern.

Gerade angesichts steigender Verkehrszahlen und begrenzter Ausbauflächen gewinnen solche Maßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Sicherheit bleibt oberste Priorität

Trotz aller Effizienzgewinne betont die DFS ausdrücklich, dass die Sicherheit weiterhin oberste Priorität besitzt.

Die reduzierten Staffelungen dürfen nur angewendet werden, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Bereits geringe Abweichungen bei Wetter, Pistenzustand oder Verkehrsaufkommen führen dazu, dass wieder die normalen Staffelungswerte gelten.

Piloten müssen zudem stets Verkehrsinformationen über vorausfliegende Luftfahrzeuge erhalten, sodass sie die Situation jederzeit korrekt einschätzen können.

Fazit

Mit der Einführung der herabgesetzten Pistenstaffelung setzt die DFS Aviation Services auf ein bewährtes Instrument zur Steigerung der Kapazität an Regional- und Verkehrslandeplätzen. Die neuen Verfahren ermöglichen einen effizienteren Flugbetrieb, ohne die Sicherheitsstandards zu reduzieren.

Für die Allgemeine Luftfahrt bedeutet dies vor allem kürzere Wartezeiten und eine bessere Nutzung vorhandener Infrastruktur. Gleichzeitig zeigt die Maßnahme, wie moderne Flugsicherung zunehmend auf intelligente Verfahren setzt, um den wachsenden Anforderungen des Luftverkehrs gerecht zu werden.


Quellverweise:
NFL

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