Ziel und Einordnung der HX-Regelungen
HX-Lufträume sind lokal begrenzte, flexibel aktivierbare Lufträume innerhalb bestehender Luftraumklassen. Sie dienen dazu, den Flugbetrieb in komplexen Verkehrsräumen sicher und effizient zu steuern, ohne dauerhaft großflächige Einschränkungen einzuführen. Die Aktivierung erfolgt abhängig von betrieblichen Erfordernissen, insbesondere vom Bahnbetrieb großer Verkehrsflughäfen oder vom IFR-Verkehrsaufkommen.
Die neue Bekanntmachung schafft einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für alle betroffenen Regionen. Gleichzeitig wird die bisherige Regelung aufgehoben, sodass ab dem Stichtag ausschließlich die neuen HX-Verfahren gelten.
Inkrafttreten und Geltungsbereich
Die neuen Regelungen treten am 19. März 2026 in Kraft. Sie gelten für folgende örtlich festgelegte HX-Lufträume:
- Luftraum D (nicht CTR) und TMZ Leipzig
- Luftraum C Berlin
- Luftraum D (nicht CTR) und TMZ Dresden
- TMZ Hannover
- TMZ Erfurt
- Luftraum C Hamburg
- TMZ Friedrichshafen
Die konkreten seitlichen und vertikalen Abgrenzungen sowie die sektorweise Aufteilung sind jeweils regional festgelegt und in den zugehörigen Darstellungen beschrieben.
Grundprinzip der HX-Lufträume
In allen genannten Regionen gilt, dass der jeweilige Luftraum grundsätzlich wirksam ist. Bestimmte Teilbereiche sind jedoch als HX-Sektoren ausgewiesen und können abhängig von der Betriebssituation aktiviert oder deaktiviert werden. Diese Flexibilität ermöglicht es, bei geringer Verkehrsbelastung mehr Luftraum für die Allgemeine Luftfahrt freizugeben, während bei hohem IFR-Aufkommen ein erhöhter Schutz gewährleistet wird.
Ist der Status eines HX-Luftraums nicht eindeutig feststellbar, gilt er grundsätzlich als aktiv. Damit liegt die Verantwortung für die Statusprüfung eindeutig bei den Luftfahrzeugführern.
Informationsquellen und Aktivierungsverfahren
Die Aktivierung und Deaktivierung der HX-Lufträume erfolgt durch die jeweils zuständige Flugverkehrskontrollstelle. Der aktuelle Status wird über unterschiedliche Kanäle bekanntgegeben, darunter VFR-ATIS, Platz-ATIS, FIS-Frequenzen sowie direkte Informationen durch „Langen Information“. Änderungen werden in der Regel mit einem zeitlichen Vorlauf von mindestens zehn Minuten angekündigt.
Piloten, die sich in einem deaktivierten HX-Luftraum aufhalten, müssen auf der Frequenz, über die der Status abgefragt wurde, in ständiger Hörbereitschaft bleiben. So soll sichergestellt werden, dass kurzfristige Aktivierungen rechtzeitig wahrgenommen werden.
Verhalten bei Aktivierung
Wird ein HX-Luftraum aktiviert, gelten klare Vorgaben:
- In Lufträumen der Klasse D oder C müssen Luftfahrzeugführer den betroffenen Luftraum rechtzeitig verlassen oder ersatzweise eine Kontrollfreigabe bei der zuständigen Radarfunkstelle einholen.
- In TMZ (HX) müssen Luftfahrzeuge ohne Transponder den Luftraum verlassen. Luftfahrzeuge mit Transponder haben den veröffentlichten Code zu schalten und eine ständige Hörbereitschaft auf der vorgesehenen Radarfrequenz sicherzustellen.
Diese Verfahren gelten regionsspezifisch mit unterschiedlichen Frequenzen, verfolgen jedoch überall dasselbe Ziel: eindeutige Identifikation und sichere Staffelung des Verkehrs.
Regionale Besonderheiten
Obwohl die Grundprinzipien identisch sind, unterscheiden sich die HX-Regelungen im Detail. In einigen Regionen sind HX-Sektoren abhängig von der aktiven Start- und Landebahn, in anderen spielen saisonale Faktoren oder der tatsächliche IFR-Betrieb eine Rolle. Teilweise sind HX-Lufträume außerhalb der Öffnungszeiten von FIS dauerhaft aktiv, in anderen Fällen können sie auf Antrag deaktiviert werden.
Diese regionale Differenzierung macht deutlich, dass HX-Lufträume nicht schematisch behandelt werden können, sondern eine sorgfältige Vorbereitung für jede einzelne Region erfordern.
Bedeutung für die Allgemeine Luftfahrt
Für die Allgemeine Luftfahrt bedeuten die neuen HX-Regelungen einen erhöhten Planungs- und Informationsbedarf, gleichzeitig aber auch mehr Transparenz. Durch klar definierte Verfahren, feste Informationsquellen und einheitliche Grundregeln wird das Zusammenspiel zwischen IFR-Verkehr und VFR-Flugbetrieb strukturierter.
Insbesondere für VFR-Piloten wird es künftig noch wichtiger, vor und während des Fluges aktiv Informationen einzuholen und Funkdisziplin zu wahren. Die HX-Regelungen sind damit ein weiterer Schritt hin zu einem stärker dynamischen, situationsabhängigen Luftraummanagement in Deutschland.
Quellverweise:
NFL (der Link erfordert ein Abo bei Eisenschmidt)
