Pilot-Hub Academy
Modul 6 - Theorie der LAPL / PPL Ausbildung
Kapitel - 9

Betriebliche Verfahren

Zuletzt aktualisiert am 10. April 2024
In dem Theoriefach «Betriebliche Verfahren / Verhalten in besonderen Fällen» geht es um die Verfahren die einzuhalten sind, um eine sichere Flugdurchführung zu gewährleisten. Insbesondere wird besprochen was in Notfällen zu tun ist. Es geht um die anzuwendenden Verfahren bei gefährlichem Wetter oder auch bei Feuer. Ausserdem werden besondere Gefahren bei Start und Landung und auch das Thema Aussenlandung diskutiert. Schliesslich geht es um weitere technische Defekte die auftreten können.

In dem Theoriefach «Betriebliche Verfahren / Verhalten in besonderen Fällen» geht es um die Verfahren die einzuhalten sind, um eine sichere Flugdurchführung zu gewährleisten. Insbesondere wird besprochen was in Notfällen zu tun ist. Es geht um die anzuwendenden Verfahren bei gefährlichem Wetter oder auch bei Feuer. Ausserdem werden besondere Gefahren bei Start und Landung und auch das Thema Aussenlandung diskutiert. Schliesslich geht es um weitere technische Defekte die auftreten können. 

Gefährliche Wetterbedingungen

Dieses Theoriekapitel behandelt verschiedene Aspekte des Sichtfluges und wie Wetterbedingungen die Flugsicherheit beeinflussen. Es wird betont, dass die Flugtauglichkeit bei schlechtem Wetter nicht nur von den aktuellen Wetterbedingungen, sondern auch von der Ausrüstung des Flugzeugs und der Ausbildung des Piloten abhängt. Insbesondere werden die Herausforderungen für Privatpiloten unter Sichtflugregeln (VFR) bei ungünstigen Wetterbedingungen wie schlechter Sicht, niedriger Bewölkung, gefrierendem Niederschlag und Gewitterfronten hervorgehoben. 

Der Abschnitt erläutert die Wichtigkeit der Einhaltung der Sichtflugmindestbedingungen, die von den gesetzlichen Vorschriften definiert werden. Es wird betont, dass die Einschätzung des Wetters vom Boden aus für Flüge in der Nähe des Flugplatzes ausreicht, während für längere Flüge eine professionelle Flugwettervorbereitung notwendig ist. 

Es werden mehrere Beispiele für gefährliche Situationen bei Sichtflügen unter schwierigen Wetterbedingungen gegeben. Es wird auch die Festlegung einer Sicherheitsmindesthöhe für verschiedene Flugstreckenabschnitte und die Bedeutung der Geländestruktur und Navigationsgenauigkeit in diesem Zusammenhang diskutiert. 

Außerdem werden die Mindestsichtanforderungen für verschiedene Lufträume und die Herausforderungen der Navigation in niedriger Höhe behandelt. Der Bereich hebt die Bedeutung von Leitlinien, Auffanglinien und Ausweichflugplätzen hervor und diskutiert Flüge über Wolken, einschließlich der Berücksichtigung der Wolkendecke und der Verfügbarkeit von Navigationshilfen. 

Ein spezieller Fokus wird auf Schnee / Eis, Gewitter und Flüge bei Nacht gelegt. Es wird hervorgehoben, dass trotz kürzerer Tage und oft kritischem Wetter im Winter sichere Flüge nach Sichtflugregeln möglich sind, wenn bestimmte Sicherheitsaspekte beachtet werden. Dazu gehören die Berücksichtigung von Schnee und Eis, die sowohl die Sicht beeinträchtigen als auch die aerodynamischen Eigenschaften und die Masse des Flugzeugs negativ beeinflussen können.  

Niedrige Temperaturen im Winter können die Funktionstüchtigkeit von Triebwerken und Batterien beeinträchtigen. Es werden Methoden zur Vorheizung von Flugzeugmotoren erörtert. Die Kontaminierung von Flugzeugen am Boden durch Eis, Reif oder Schnee wird ebenfalls thematisiert, wobei betont wird, dass bereits dünne Reif- oder Schneebeläge erhebliche negative Auswirkungen auf die Flugleistung haben können. 

Die Enteisung von Flugzeugen wird als kritisch für die Flugsicherheit identifiziert, wobei verschiedene Methoden zur Entfernung von Eis und Schnee von der Flugzeugoberfläche vorgeschlagen werden. Vereisung während des Fluges wird ebenfalls als bedeutendes Risiko erkannt, wobei verschiedene Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung von Eisansatz diskutiert werden. 

Der Bereich schließt mit einer Diskussion über die Gefahren von Gewittern, darunter Sturm, Turbulenz, Vereisung, Starkniederschlag und Hagel, und betont die Notwendigkeit, Gewitter großräumig zu umfliegen. Es werden auch die Risiken von Orientierungsverlust und Dunkelheit während des Flugs hervorgehoben. Insgesamt betont dieses Theorie-Kapitel die Bedeutung einer sorgfältigen Flugvorbereitung und die Berücksichtigung spezifischer winterlicher Bedingungen, um die Sicherheit beim Sichtflug zu gewährleisten. 

Feuer und Rauch 

Feuer an Bord eines Luftfahrzeuges ist eine der gefährlichsten und zeitkritischsten Situationen im Flugverkehr. Es erfordert unmittelbares Handeln, wobei zwei Szenarien unterschieden werden: Entweder kann der Brand im Flug bekämpft werden oder nach einer schnellen Landung von Fachkräften am Boden. Das Kapitel behandelt verschiedene Arten und Quellen von Feuer und deren Bekämpfung. Bei Rauchentwicklung bleibt der Besatzung oft nur wenig Zeit zum Handeln. Wissen über Brandentstehung und Löschmöglichkeiten ist essenziell. 

Die effektivste Methode zur Feuerbekämpfung ist der Entzug von Brennmaterial, Hitze oder Sauerstoff. Verschiedene Löschmittel wirken durch Bindung des Sauerstoffs oder Kühlung. In Flugzeugen sind die Möglichkeiten zur Brandbekämpfung begrenzt. So kann das Feuer mit einem an Bord befindlichen Halon-Feuerlöscher bekämpft werden, allerdings mit begrenzter Kapazität. Die Kenntnis der Brandklassen ist für den richtigen Einsatz von Löschmitteln entscheidend. Bei einem Vergaserbrand, der nur bei Flugzeugen mit Kolbentriebwerken auftritt, sollte der Brandhahn geschlossen und der Motor weiterlaufen, damit die Flammen ins Motorinnere gesaugt werden. Bei einem Triebwerksbrand während des Fluges ist eine sofortige Landung meist die beste Möglichkeit. Überhitzte Bremsen können durch hohe Belastung oder Dauerbelastung zu Brandgefahr führen. Bei Rauch oder Feuer im Cockpit muss unverzüglich gehandelt werden, da dies gravierende Auswirkungen auf die Technik und die Besatzung haben kann. Bei Verdacht auf einen Brand in der elektrischen Anlage sollte diese sofort ausgeschaltet werden. Im Falle eines Kabelbrandes ist das Flugzeug zu evakuieren und die elektrische Anlage auszuschalten. 

Gefahren bei Start und Landungen 

Die Schwierigkeiten und Besonderheiten von Starts und Landungen, insbesondere die erhöhten Risiken für Fehlentscheidungen und daraus resultierenden Flugunfällen in diesen sensiblen Flugphasen, werden in diesem Kapitel ausführlich behandelt. 

Der Zustand der Start- und Landebahn spielt eine entscheidende Rolle für einen sicheren Start und eine sichere Landung. Verschiedene Faktoren wie Bewuchs, Bodenbeschaffenheit, Neigung und Kontaminierung der Piste beeinflussen den Rollwiderstand, die Richtungsstabilität und die Struktur des Luftfahrzeugs. Die Flugzeughersteller legen die Startleistung unter idealisierten Bedingungen fest, und jegliche Abweichungen von diesen Bedingungen müssen bei der Berechnung der Start- und Landestrecke berücksichtigt werden. 

Meteorologische Einflüsse wie Wind, Windscherung, Turbulenz, Niederschlag und Temperatur können die Flugbedingungen erheblich beeinflussen und erfordern besondere Aufmerksamkeit des Piloten. Besonders kritisch sind diese Einflüsse während der Start- und Landephase. Die Piloten müssen sich daher vor jedem Flug gründlich mit den aktuellen Wetterbedingungen und deren Entwicklung auseinandersetzen. 

Windscherungen, als plötzliche Änderungen der Windrichtung und/oder -stärke, stellen eine ernsthafte Gefahrenquelle dar, auch für leistungsstärkere Verkehrsflugzeuge. Turbulenzen, die durch unterschiedliche Faktoren wie konvektive Luftbewegungen oder Strömungshindernisse verursacht werden, können die Flugleistung beeinträchtigen und müssen daher vermieden oder mit großer Vorsicht behandelt werden. 

Die Temperatur beeinflusst die Leistung des Flugzeugs, wobei kalte Luft zu einer besseren Leistung führt, während warme Luft die Leistung reduziert. Niederschläge wie Regen können die Luftströmung auf den Tragflächen stören und die Flugleistung beeinträchtigen. 

Schließlich kann auch die Sonne, insbesondere wenn sie tief am Horizont steht, die Sicht während des Starts oder der Landung erheblich beeinträchtigen.  

Sichtflug basiert auf der Sicht des Piloten aus dem Cockpit, um die Fluglage zu halten, zu navigieren, Kollisionen zu vermeiden und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Insbesondere in Flugplatznähe ist mit verschiedensten Verkehrsteilnehmern wie Motorflugzeugen, Segelflugzeugen, Fallschirmspringern oder Luftfahrzeugen leichter als Luft zu rechnen. In der Nähe von Funknavigationsanlagen und militärischen Tieffluggebieten ist besondere Vorsicht geboten. 

Die Einhaltung von Verkehrsregeln gemäß der LuftVO ist für einen sicheren Luftverkehr unerlässlich. Wichtig ist, dass das Luftfahrzeug mit größerer Manövrierfähigkeit demjenigen mit geringerer ausweicht. Zur Kollisionsvermeidung sind ausreichende Abstände zu halten. Die Sichtbarkeit des eigenen Luftfahrzeugs kann durch Kollisionswarnlichter und ggf. durch das Einschalten des Landescheinwerfers erhöht werden. Der Funkverkehr unterstützt die Vermeidung gefährlicher Annäherungen durch frühzeitige und klare Kommunikation. 

Flugplätze bergen aufgrund der hohen Dichte an Luftfahrzeugen ein hohes Unfallrisiko. Beim Rollen, insbesondere auf großen und unbekannten Flugplätzen, ist höchste Aufmerksamkeit erforderlich. Wirbelschleppen, insbesondere von großen Flugzeugen, können kleinere Flugzeuge erheblich beeinflussen. Der Abgasstrahl von Triebwerken und die Turbulenz von Hubschrauberrotoren stellen ebenfalls Risiken dar. 

Vogelschlag ist eine weitere Gefahr, besonders in der Nähe von Flugplätzen und während des Vogelzugs. Maßnahmen wie das Verscheuchen von Vögeln durch Flugplatzbetreiber oder das Einschalten des Landescheinwerfers können helfen, das Risiko zu minimieren.  

Zusammenfassend ist es entscheidend, dass Piloten stets aufmerksam sind, Regeln befolgen und proaktiv Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit im Luftverkehr zu gewährleisten. 

Aussenlandung 

Eine außerplanmäßige Landung kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden, wie Wetterverschlechterung, technischen Problemen, gesundheitlichen Einschränkungen, Kraftstoffknappheit oder einsetzender Dunkelheit. Solche Landungen setzen voraus, dass ein geeigneter Landeplatz verfügbar ist, dessen Eignung auch von der Dringlichkeit der Landung und dem Luftfahrzeugtyp abhängt. Außenlandungen sind nicht nur auf unüblichen Landeplätzen, sondern auch auf regulären Flughäfen möglich, z.B. wenn man vor der Landebahnschwelle aufsetzt. Gesetzlich erfordern Außenlandungen entweder eine Genehmigung oder einen zwingenden Grund, wie z.B. ein Motorausfall. 

Bei drohender Kraftstoffknappheit oder Wetterverschlechterung sollte die Entscheidung zur Außenlandung frühzeitig getroffen werden, um geeignete Felder für die Landung zu suchen. Technische oder gesundheitliche Probleme erfordern eine schnelle Einschätzung der Situation, um zu entscheiden, ob eine Außenlandung die Sicherheit erhöht oder mindert. Bei einem Triebwerksausfall muss umgehend mit den Vorbereitungen für eine Außenlandung begonnen und die Geschwindigkeit des besten Gleitens eingenommen werden. Die Auswahl des Landefeldes sollte nach Kriterien wie Länge, Windrichtung, Hindernisfreiheit, Neigung und Oberflächenbeschaffenheit erfolgen. Abgeerntete Getreidefelder, große und ebene Gelände, die in Windrichtung liegen und frei von Hindernissen sind, eignen sich besonders gut. 

Der Anflug sollte geplant und durchgeführt werden, wobei Standardverfahren und Checklisten angewendet werden sollten. Die Insassen sollten sich mit allen verfügbaren Gurten anschnallen, und es sollte entschieden werden, ob Türen vor der Landung geöffnet werden. Das Aufsetzen sollte mit der geringstmöglichen Geschwindigkeit erfolgen, wobei die Landeklappen voll ausgefahren sein sollten. Nach der Landung haben die Rettung und Versorgung von Personen Priorität. Ein ELT-Sender kann nach einem Unfall automatisch Funksignale zur Standortbestimmung aussenden. 

In der Flugausbildung wird die Fähigkeit, verschiedene Arten von außerplanmäßigen Landungen zu meistern, als essenziell betrachtet. Zu diesen gehören erzwungene Außenlandungen wie Notlandungen und Notwasserungen, die schnelles Handeln erfordern, sowie Sicherheitslandungen, die mehr Entscheidungsspielraum lassen. Jede Art von Außenlandung verlangt höchste Konzentration und schnelle, rationale Entscheidungen.  

Die Sicherheitslandung ist eine proaktive Maßnahme, um die Sicherheit zu gewährleisten, ohne dass ein Notfall vorliegt. Sie kann aufgrund verschiedener Umstände wie medizinischer Notfälle, Instrumentenausfälle, sich verschlechternder Wetterbedingungen oder Kraftstoffmangels erforderlich sein. Ziel ist es, die Landung sicher und kontrolliert durchzuführen, idealerweise auf einem Flugplatz.  

Die Notlandung hingegen ist eine erzwungene Landung aufgrund einer akuten Gefahr, wie z.B. Triebwerksausfall oder Feuer an Bord. In solchen Situationen ist wenig Zeit für Abwägungen, und die Handlungen des Piloten müssen schnell und effektiv sein. Die Notlandung kann eine Außenlandung oder Notwasserung erfordern. 

Die Notwasserung ist eine besondere Form der Notlandung, die bei Flügen über Wasser relevant wird. Sie erfordert spezielle Vorbereitungen und Ausrüstung wie Schwimmwesten und Rettungsinseln. Bei der Notwasserung ist es entscheidend, die richtige Technik für das Aufsetzen zu wählen, um ein Überschlagen des Flugzeugs zu vermeiden und die Überlebenschancen der Insassen zu maximieren.  

In allen Fällen ist es wichtig, dass sich die Besatzung auf solche Szenarien vorbereitet, regelmäßig trainiert und die nötigen Notfallprozeduren kennt und anwenden kann. 

Mögliche technische Defekte 

In diesem Abschnitt wird die Wichtigkeit des Verständnisses und des Umgangs mit technischen Defekten während des Fluges hervorgehoben. Es wird betont, dass einige Defekte schwerwiegende Auswirkungen haben können. Eine korrekte Diagnose und schnelle Maßnahmen sind entscheidend. Zu den Hilfsmitteln gehören Flughandbücher und Anweisungen von Herstellern oder Wartungsbetrieben. 

Speziell bei Triebwerksproblemen variiert die Gefahr je nach Flugzeugtyp und Schwere des Defekts. Während ein Triebwerksausfall bei einem Mehrstrahler nicht unbedingt eine ernsthafte Bedrohung darstellt, kann er bei einem einmotorigen Flugzeug kritisch sein. 

Ein frühzeitiges Erkennen von Leistungsabfällen während des Startlaufs ermöglicht einen sicheren Startabbruch. Bei Triebwerksproblemen nach dem Abheben sollte sofort eine sichere Fluggeschwindigkeit sichergestellt und eine Landung eingeleitet werden, falls erforderlich. 

Während des Reiseflugs können Triebwerksprobleme, wie Vergaservereisung oder ein Abfall des Öldrucks, auftreten. Auch hier sind ein schnelles Erkennen und angemessene Gegenmaßnahmen wichtig. Bei kritischen Problemen, wie einem starken Abfall des Öldrucks in Verbindung mit einem Anstieg der Öltemperatur, ist eine sofortige Landung erforderlich. 

Schließlich werden Wiederanlassverfahren nach Triebwerksausfällen während des Fluges diskutiert, wobei betont wird, dass diese nur in sicherer Höhe und nach klar definierten Verfahren durchgeführt werden sollten.  

Zusammenfassend liegt der Schwerpunkt auf einer sorgfältigen Beobachtung und Wartung des Triebwerks, der Kenntnis des Flughandbuchs und der sofortigen Reaktion auf Anzeichen von Problemen, um die Sicherheit des Fluges zu gewährleisten. 

Neben Triebwerksproblemen sind weitere mögliche kritische Defekte Fahrwerks- und Steuerungsprobleme, da sie sowohl während des Fluges als auch bei der Landung erhebliche Schwierigkeiten verursachen können. Fahrwerksprobleme sind besonders kritisch bei der Landung, wobei zwischen festen und Einziehfahrwerken unterschieden wird. Einziehfahrwerke sind aufgrund ihrer Komplexität anfälliger für Störungen. Eine umfassende Vorflugkontrolle kann die meisten Probleme im Voraus erkennen und vermeiden. Im Falle von Steuerungsproblemen, die durch mechanische oder hydraulische Defekte verursacht werden, ist eine genaue Kenntnis der Bordsysteme für die Handhabung unerwarteter Situationen entscheidend.  

Technische Defekte wie der Ausfall von Elektrik und Instrumenten können den Flugbetrieb ebenfalls stark beeinträchtigen. Ein kompletter Ausfall der Elektrik, oft verursacht durch defekte Verbindungen oder Überlastung, führt zum Versagen verschiedener Systeme, was die Navigation und Kommunikation erschweren kann. Instrumentenausfälle, insbesondere von Flug- und Navigationsinstrumenten, erfordern ein hohes Maß an Flugfertigkeit und Anpassungsvermögen vom Piloten. Auch ein Funkausfall erfordert spezielle Verfahren, um die Kommunikation mit der Flugsicherung und anderen Luftfahrzeugen sicherzustellen. 

In allen Fällen ist eine gute Vorbereitung, Kenntnis der Flugzeugsysteme und eine sorgfältige Vorflugkontrolle unerlässlich, um solche Probleme zu minimieren. In kritischen Situationen ist es wichtig, ruhig zu bleiben, systematisch zu handeln und gegebenenfalls eine Sicherheitslandung in Betracht zu ziehen. 

Das Kapitel beleuchtet darüber hinaus weitere potenzielle Gefahren in der Luftfahrt und zeigt professionelle Strategien zu deren Bewältigung. Es wird dargestellt, dass einige Risiken, wie das Fliegen mit einer starken Erkältung, vermeidbar sind. Andere Herausforderungen, wie das Navigieren in Grenzflugzuständen, können durch spezielles Training sicher gemeistert werden. In Fällen von absichtlichen Gefährdungen, wie Sabotage, ist die frühzeitige Erkennung durch aufmerksame Beobachtung der Umgebung entscheidend. Sollte dies nicht gelingen, bleibt die Herausforderung, die Situation so überlegt und professionell wie möglich zu handhaben. 

Kritische Fluglagen, wie ein Strömungsabriss, sind nicht zwangsläufig gefährlich, sofern sie regelmäßig unter Anleitung eines Fluglehrers trainiert werden. Ungewöhnliche Fluglagen können durch Turbulenzen, räumliche Desorientierung oder unsachgemäß ausgeführte Flugmanöver entstehen. Diese können zu hohen Querneigungen und Geschwindigkeiten führen, was wiederum eine Überlastung der Flugzeugstruktur und des menschlichen Körpers riskiert. Die Fähigkeit, solche Situationen frühzeitig zu erkennen und korrekt zu lösen, ist daher von entscheidender Bedeutung.  

Insbesondere die Flugphasen Start, Anflug und Landung sind anfällig für Strömungsabrisse, da hier im unteren Geschwindigkeitsbereich mit variierenden Konfigurationen und hoher Arbeitsbelastung geflogen wird. Diese Phasen lassen wenig Raum für Fehler, weshalb das Training von Verfahren zur frühzeitigen Erkennung und Beendigung eines Strömungsabrisses unerlässlich ist. Es ist wichtig, die Grenzen des jeweiligen Flugzeugtyps zu kennen, da Flugzeuge verschieden reagieren.  

Zudem werden Störungen am Boden und gefährliche Eingriffe thematisiert. Dies umfasst Probleme, die nicht direkt vom Flugzeug ausgehen, wie der Ausfall von Bodenanlagen, auf die der Pilot reagieren muss. Besondere Lufträume und der Ausfall von Funknavigationsanlagen stellen ebenfalls Herausforderungen dar, die durch sorgfältige Flugplanung und NOTAM-Prüfung bewältigt werden können.  

Ausserdem werden die Herausforderungen und Gefahren von Flügen in bergigem Gelände oder im Hochgebirge detailliert beschrieben. Es hebt die Notwendigkeit hervor, sich auf diese besonderen Bedingungen vorzubereiten und verantwortungsbewusst zu handeln. Zu den Hauptthemen gehören die Auswirkungen geringerer Luftdichte auf die Flugzeugleistung und den menschlichen Körper, die besondere Bedeutung einer gründlichen Flugvorbereitung und die Notwendigkeit, sich an die veränderten Wetterbedingungen im Gebirge anzupassen. 

Zunächst wird auf die Gefahr von Sauerstoffmangel (Hypoxie) hingewiesen, die bereits ab Höhen von 5.000 ft auftreten kann. Die Symptome von Hypoxie variieren individuell und werden durch Faktoren wie Fitness und Rauchen beeinflusst. 

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Navigation im Gebirge. Es wird betont, dass herkömmliche Navigationshilfen wie Funknavigationsanlagen im Gebirge nur eingeschränkt nutzbar sind, während Satellitennavigation zuverlässiger ist. Die terrestrische Navigation entlang klar erkennbarer Talverläufe wird als kritisch betrachtet, da sich viele Taleingänge ähneln können und in manchen Fällen in Sackgassen enden. 

Die Wetterbedingungen im Gebirge können sich schnell ändern, wobei Phänomene wie thermische und orographische Turbulenz stärker ausgeprägt sind. Starke Abwinde können die Leistungsgrenzen eines Flugzeugs überschreiten. Daher ist eine gründliche Wetterberatung vor dem Gebirgsflug unerlässlich. 

Passüberflüge stellen eine besondere Herausforderung dar, vor allem für Flugzeuge mit niedriger Leistung oder ohne Sauerstoffausrüstung. Es wird empfohlen, Pässe unter einem Winkel von 45° anzugehen, um die Möglichkeit für Umkehrkurven offen zu halten. Auch die Dienstgipfelhöhe, also die maximale Höhe, in der das Flugzeug noch eine Steigrate von 100 ft/min erreichen kann, wird thematisiert. Flugstrecken, die nahe am Leistungsmaximum des Flugzeugs liegen, sollten vermieden werden. 

Abschließend wird das Thema Beladungsfehler angesprochen. Eine falsche Schwerpunktlage kann die Flugeigenschaften erheblich beeinflussen. Eine zu weit hinten liegende Schwerpunktlage verschlechtert das Überziehverhalten und erhöht die Trudelneigung. Eine zu weit vorne liegende Schwerpunktlage erschwert das Abheben, Abfangen und Landen. Das Überschreiten der maximal zulässigen Abflugmasse kann zu strukturellen Schäden am Flugzeug führen und die Überziehgeschwindigkeit erhöhen. 


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