Vorübergehende Pause und Neustart
Im Dezember hatte app2drive seinen Betrieb zeitweise eingestellt. Die Unterbrechung sorgte in der Allgemeinen Luftfahrt für spürbare Unsicherheit, denn der Dienst hat sich in den vergangenen Jahren an vielen Flugplätzen als feste Größe etabliert. Nun ist klar: app2drive ist zurück. Seit dem Neustart können die bekannten Mietfahrzeuge an den teilnehmenden Flugplätzen wieder wie gewohnt genutzt werden.
Ermöglicht wurde die Wiederaufnahme des Betriebs durch einen Eigentümerwechsel. Die Marke app2drive wurde von der Nova Succession GmbH aus Celle übernommen. Mit der neuen Eigentümerstruktur wurde die Grundlage geschaffen, den Dienst stabil weiterzuführen und den Betrieb erneut hochzufahren.
Kontinuität für bestehende Nutzer
Für bestehende Kundinnen und Kunden bringt der Neustart vor allem eines: Kontinuität. Die vorhandenen Nutzerkonten bleiben bestehen und können weiterhin verwendet werden. Auch das bewährte digitale Nutzungskonzept wurde beibehalten. Fahrzeuge lassen sich weiterhin ausschließlich über die Smartphone-App buchen, öffnen und abrechnen. Papierkram, Schalterpersonal oder feste Öffnungszeiten spielen dabei keine Rolle.
Gerade diese konsequente Digitalisierung war von Beginn an ein zentrales Merkmal von app2drive und bleibt es auch nach dem Eigentümerwechsel. Die Bedienung ist damit auch für kurzfristige oder spontane Flüge geeignet, bei denen sich Ankunftszeiten nicht immer exakt planen lassen.
One-way-Mieten als entscheidender Vorteil
Ein wesentlicher Pluspunkt von app2drive ist die Möglichkeit zur One-way-Miete. Anmiet- und Rückgabestation müssen nicht identisch sein, sondern können individuell gewählt werden. Für die Allgemeine Luftfahrt ist das ein entscheidender Vorteil, etwa bei Streckenflügen, Überführungen oder wetterbedingten Planänderungen.
Während klassische Mietwagenangebote an Flugplätzen häufig auf Rundmieten ausgelegt sind oder hohe Zusatzkosten für Einwegfahrten verlangen, ist dieses Modell bei app2drive integraler Bestandteil des Konzepts. Das erhöht die Flexibilität erheblich und passt gut zur Realität des Flugbetriebs.
Speziell auf die Allgemeine Luftfahrt zugeschnitten
app2drive schließt eine Lücke, die viele Pilotinnen und Piloten aus eigener Erfahrung kennen. Klassische Mietwagenanbieter sind an kleineren und mittleren Flugplätzen oft gar nicht vertreten oder nur zu eingeschränkten Zeiten verfügbar. Verspätete Landungen, frühmorgendliche Abflüge oder ungeplante Umleitungen können schnell dazu führen, dass kein Fahrzeug mehr erreichbar ist.
Das stationsbasierte Carsharing direkt am Flugplatz umgeht diese Probleme. Die Fahrzeuge stehen unmittelbar nach der Landung bereit und können ohne Wartezeit genutzt werden. Damit richtet sich das Angebot gezielt an die Bedürfnisse sowohl von Sichtflug- als auch von Instrumentenflugpiloten, bei denen Zeit, Wetter und Slot-Situationen eine große Rolle spielen.
Perspektiven unter neuer Führung
Mit dem Neustart verbindet sich auch die Hoffnung auf eine Weiterentwicklung des Angebots. Die neue Geschäftsführung bringt fliegerische Erfahrung mit, was in der Allgemeinen Luftfahrt ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Ein tiefes Verständnis für operative Abläufe, typische Reiseprofile und die besonderen Anforderungen von Pilotinnen und Piloten kann dazu beitragen, das System praxisnah auszubauen.
Denkbar sind perspektivisch zusätzliche Standorte, eine Erweiterung der Fahrzeugflotte oder neue Tarifmodelle, die noch stärker auf die GA-Community zugeschnitten sind. Angesichts steigender Anforderungen an nachhaltige Mobilität könnte auch die Integration alternativer Antriebe langfristig eine Rolle spielen.
Bedeutung für die GA-Infrastruktur
Der Neustart von app2drive ist mehr als nur die Rückkehr eines Carsharing-Dienstes. Er stärkt die Infrastruktur der Allgemeinen Luftfahrt insgesamt. Gute Bodenmobilität ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität von Flugplätzen, insbesondere außerhalb großer Verkehrsflughäfen. Sie erleichtert Geschäftsreisen, private Ausflüge und Ausbildungsflüge gleichermaßen.
Dass app2drive diesen Baustein wieder zuverlässig bereitstellt, ist daher ein positives Signal für Pilotinnen und Piloten ebenso wie für Flugplatzbetreiber. Der Dienst trägt dazu bei, die letzte Meile zwischen Flugplatz und Zielort effizient und flexibel zu überbrücken – ein Aspekt, der im Alltag der Allgemeinen Luftfahrt oft entscheidend ist.
Quellverweise:
Fliegermagazin
