{"id":14679,"date":"2026-11-07T11:54:38","date_gmt":"2026-11-07T10:54:38","guid":{"rendered":"https:\/\/pilot-hub.com\/?p=14679"},"modified":"2026-11-07T11:54:40","modified_gmt":"2026-11-07T10:54:40","slug":"nfl-2026-1-4107-visual-departures-in-deutschland-neue-nfl-praezisiert-freigabeverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/nfl-2026-1-4107-visual-departures-in-deutschland-neue-nfl-praezisiert-freigabeverfahren\/","title":{"rendered":"NFL 2026-1-4107 \u2013 Visual Departures in Germany: New NFL clarifies release procedures"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Visual Departure bleibt ein IFR-Verfahren<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Sichtabflug darf nicht mit einem Wechsel zu VFR verwechselt werden. Der Flug bleibt IFR und unterliegt weiterhin der Flugverkehrskontrolle. Lediglich der Abflugweg kann unter visueller Referenz zum Boden von einer ver\u00f6ffentlichten SID oder einem anderen IFR-Abflugverfahren abweichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Pilot kann einen Visual Departure selbst anfordern. Alternativ kann ATC das Verfahren bereits vor dem Start anbieten. In diesem Fall akzeptiert der Pilot die Freigabe durch korrektes R\u00fccklesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die internationale Standardphraseologie sieht beispielsweise eine Freigabe nach dem Muster \u201eVISUAL DEPARTURE RUNWAY 05 APPROVED, TURN RIGHT DIRECT TO \u2026, MAINTAIN VISUAL REFERENCE UNTIL \u2026\u201c vor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wetter und Erdsicht m\u00fcssen bis zur MSA ausreichen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Visual Departure darf nur durchgef\u00fchrt werden, wenn die Wetterbedingungen w\u00e4hrend Start und anschlie\u00dfendem Steigflug ausreichend sind. Hauptwolkenuntergrenze und Bodensicht m\u00fcssen es erm\u00f6glichen, die erforderliche visuelle Referenz bis zur im Luftfahrthandbuch angegebenen Minimum Sector Altitude aufrechtzuerhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem ist das Verfahren in Deutschland weiterhin auf den Tag beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pilot sollte deshalb nicht nur pr\u00fcfen, ob die Piste und unmittelbare Umgebung sichtbar sind. Entscheidend ist, ob die visuelle Flugf\u00fchrung w\u00e4hrend des gesamten freigegebenen Abschnitts sicher m\u00f6glich bleibt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hindernisfreiheit liegt beim Piloten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigste Unterschied zu einem ver\u00f6ffentlichten IFR-Abflugverfahren betrifft die Hindernisfreiheit. Bei einer SID basiert der gesch\u00fctzte Abflugweg auf einem festgelegten Verfahren mit definierten Hinderniskriterien. Verl\u00e4sst ein Pilot diesen Weg im Rahmen eines Visual Departure, \u00fcbernimmt er selbst die Verantwortung daf\u00fcr, Gel\u00e4nde und Hindernisse sicher zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ATC bleibt dagegen f\u00fcr die Staffelung gegen\u00fcber anderem kontrollierten Verkehr entsprechend der jeweiligen Luftraumklasse verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade an unbekannten Flugpl\u00e4tzen oder in h\u00fcgeligem und bergigem Gel\u00e4nde ist ein Visual Departure deshalb keineswegs automatisch die einfachere Variante. Der k\u00fcrzere Flugweg kann mit einer deutlich h\u00f6heren Verantwortung f\u00fcr die eigene Navigation und Terrain Clearance verbunden sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue NfL trennt Visual Departure und Startfreigabe klarer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die auff\u00e4lligste \u00c4nderung der ab 26. November geltenden Fassung betrifft die Erteilung der Freigabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Visual Departure kann zusammen mit der Streckenfreigabe oder zeitnah vor einer Aufroll- beziehungsweise Startfreigabe erteilt werden. Gleichzeitig stellt die neue Bekanntmachung ausdr\u00fccklich klar, dass damit weder das Aufrollen auf die Piste noch der Start selbst freigegeben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird die Visual-Departure-Freigabe separat \u00fcbermittelt, muss die Phraseologie eindeutig erkennen lassen, dass weiterhin eine gesonderte Aufroll- beziehungsweise Startfreigabe erforderlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Piloten ist das eine wichtige Human-Factors-Barriere: Eine Freigabe wie \u201eVisual Departure approved\u201c bedeutet eben nicht \u201eCleared for Take-off\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Visual Departures grunds\u00e4tzlich an allen IFR-Flugpl\u00e4tzen m\u00f6glich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich sind Visual Departures an allen deutschen Flugpl\u00e4tzen mit IFR-Zulassung m\u00f6glich, sofern die Voraussetzungen erf\u00fcllt sind. Lokale Einschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen das Verfahren jedoch verbieten oder auf bestimmte Flugzeugarten und Pisten begrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Beschr\u00e4nkungen bestehen insbesondere aus L\u00e4rmschutz- und betrieblichen Gr\u00fcnden. F\u00fcr viele GA-Flugzeuge sind Visual Departures trotzdem an zahlreichen gro\u00dfen Verkehrsflugh\u00e4fen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sind sie beispielsweise in Dortmund, D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln\/Bonn, L\u00fcbeck, M\u00f6nchengladbach und Weeze auf den genannten Pisten f\u00fcr Propellerflugzeuge bis 5,7 Tonnen MTOW erlaubt. In Hannover sind alle Propellerflugzeuge sowie Jets bis 20 Tonnen zugelassen, in M\u00fcnster\/Osnabr\u00fcck Propellerflugzeuge bis 22 Tonnen sowie bestimmte weitere Muster. Saarbr\u00fccken erlaubt Visual Departures auf Piste 27 f\u00fcr alle Luftfahrzeuge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Berlin, Frankfurt und M\u00fcnchen gelten dagegen engere Einschr\u00e4nkungen, die im Wesentlichen auf maximal zweimotorige Propellerflugzeuge, die DHC-7 beziehungsweise teilweise Hubschrauber begrenzt sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausnahmen bei Navigationsausf\u00e4llen und Gewittern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die lokalen Einschr\u00e4nkungen gelten nicht uneingeschr\u00e4nkt. Ein Visual Departure kann auch dort m\u00f6glich werden, wenn eine f\u00fcr den normalen Instrumentenabflug ben\u00f6tigte Navigationshilfe ungeplant ausf\u00e4llt oder s\u00e4mtliche ver\u00f6ffentlichten Abflugverfahren einer Piste kurzfristig nicht verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch signifikantes Wetter kann eine Rolle spielen. Befindet sich beispielsweise ein Gewitter im Bereich einer ver\u00f6ffentlichten SID, kann ein visueller Abflug unter geeigneten Bedingungen eine M\u00f6glichkeit darstellen, davon abzuweichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Visual Departure automatisch als \u201eWetterumgehung\u201c freigegeben wird. Pilot und ATC m\u00fcssen weiterhin sicherstellen, dass Wetter, Luftraum und Hindernissituation das Verfahren zulassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was Piloten praktisch beachten sollten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis l\u00e4sst sich das Verfahren auf wenige Punkte reduzieren: Der Flug bleibt IFR, die Sichtreferenz muss bis zur vorgegebenen H\u00f6he erhalten bleiben und die Hindernisfreiheit liegt beim Piloten. Eine angebotene Visual-Departure-Freigabe muss nicht angenommen werden, wenn Gel\u00e4nde, Wetter oder eigene Ortskenntnis dagegen sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wichtig ist die klare Trennung der Freigaben. \u201eVisual Departure approved\u201c genehmigt lediglich die visuelle Abflugf\u00fchrung. Erst \u201eLine up\u201c erlaubt das Aufrollen, und erst \u201eCleared for Take-off\u201c den tats\u00e4chlichen Start.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Conclusion<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue NfL ver\u00e4ndert das Prinzip des Visual Departure nicht grundlegend, schafft aber eine wichtige Klarstellung im Ablauf der Freigaben. Ab dem 26. November 2026 wird ausdr\u00fccklich hervorgehoben, dass die Freigabe f\u00fcr einen Sichtabflug keine Aufroll- oder Startfreigabe enth\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr GA-Piloten bleibt der Visual Departure ein interessantes IFR-Werkzeug: Er kann lange oder unpraktische Abflugverfahren verk\u00fcrzen und bei geeigneten Bedingungen eine flexiblere Streckenf\u00fchrung erm\u00f6glichen. Gleichzeitig verschiebt er einen wesentlichen Teil der Verantwortung auf den Piloten, denn f\u00fcr die Hindernisfreiheit w\u00e4hrend des visuellen Abschnitts ist nicht ATC, sondern die Besatzung verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Source references:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/nfl.dfs.de\/basic\/scripts\/stub\/startApplication.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NFL<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>As of November 26, 2026, an updated regulation for visual departures under instrument flight rules will be in effect in Germany. The basic principle remains unchanged: a visual departure is still an IFR flight, in which deviations from the published IFR departure procedure may be made, in part or in full, under visual reference. What is newly specified is especially how the clearance is granted. A visual departure clearance is explicitly not a clearance to roll onto the runway nor a start clearance. It is also crucial for pilots that they themselves are responsible for obstacle clearance during the visual part.<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":14680,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"module":[],"class_list":["post-14679","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nfl"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14679"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14679\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14681,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14679\/revisions\/14681"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14679"},{"taxonomy":"module","embeddable":true,"href":"https:\/\/pilot-hub.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/module?post=14679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}